
Ashwagandha-Rhodiola-Kombi senkt Stress und verbessert Schlaf in RCT
Erste placebokontrollierte Studie zeigt: Ashwagandha-Rhodiola-Kombination verbessert nach nur 14 Tagen Morgeneinnahme Stressempfinden und Schlafqualität.
Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie von Forschern der University of South Carolina zeigt: 14 Tage morgendliche Einnahme einer Kombination aus Ashwagandha- und Rhodiola-rosea-Extrakt verbesserten bei gesunden, körperlich aktiven Erwachsenen das wahrgenommene Stresslevel und die Schlafqualität gegenüber Placebo deutlich.
Die Effekte zeigten sich, wenn die Kombination morgens eingenommen wurde. Eine zusätzliche Abenddosis brachte laut der Studie keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber der reinen Morgeneinnahme.
Was die Forscher untersucht haben
Das Team der University of South Carolina hat die Kombination an gesunden, körperlich aktiven Erwachsenen getestet, nicht an einer klinisch gestressten oder schlafgestörten Gruppe.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen Supplement-Studien, die gezielt Menschen mit bestehenden Beschwerden rekrutieren. Hier ging es um eine Alltagspopulation ohne diagnostizierte Schlaf- oder Stressprobleme.
Zwei Einnahmeschemata im Vergleich
Eine Gruppe nahm die Kombination 14 Tage lang nur morgens, eine zweite morgens und zusätzlich abends. Genau dieser Vergleich macht die Studie praktisch interessant: Er beantwortet, ob mehr Einnahmezeitpunkte auch mehr bringen.
Laut der Studie war das nicht der Fall. Die zusätzliche Abenddosis veränderte die gemessenen Werte bei Stress und Schlafqualität nicht gegenüber der reinen Morgeneinnahme.
Ashwagandha und Rhodiola einzeln betrachtet
Ashwagandha und Rhodiola rosea gelten beide als Adaptogene, Pflanzenextrakte, denen in der Forschung eine Rolle bei der Stressregulation zugeschrieben wird. Einzeln wurden beide Pflanzen bereits in zahlreichen Studien untersucht.
Die vorliegende Arbeit ist nach den verfügbaren Quellen die erste placebokontrollierte Studie, die beide Extrakte gemeinsam in einer Kombination gegen Placebo testet, statt sie einzeln zu betrachten.
Warum die Kombination neu ist
Die Studie prüfte ausschließlich die Kombination aus beiden Extrakten, mit zwei Einnahme-Armen (nur morgens, morgens und abends) gegen Placebo. Ein dritter Arm mit nur Ashwagandha oder nur Rhodiola war nach den vorliegenden Quellen nicht Teil des Designs.
Ob die Kombination stärkere Effekte liefert als jeder Extrakt allein, lässt sich aus diesem Studienaufbau folglich nicht beantworten, dafür fehlt der direkte Vergleichsarm.
Was die Studie offen lässt
Zur Dosierung der beiden Extrakte und zum Hersteller des verwendeten Präparats machen die vorliegenden Quellen keine Angabe. Welche Standardisierung die Extrakte hatten, zum Beispiel der Withanolid-Gehalt bei Ashwagandha oder der Rosavin-Gehalt bei Rhodiola, bleibt unbenannt.
Auch zu Langzeiteffekten über die 14 Tage hinaus macht die Studie keine Aussage. Die Autoren selbst fordern laut der Meldung weitere Forschung an Personen mit höherem Stresslevel oder schlechterer Schlafqualität, die Studienpopulation bestand ja aus gesunden, aktiven Erwachsenen ohne diagnostizierte Beschwerden.
Einordnung in den Markt
Ashwagandha steht derzeit auch regulatorisch unter Beobachtung: In den Niederlanden ist ein Verbot für Ashwagandha-Blatt in der Diskussion, während die Wurzel vorerst von der geplanten Regelung ausgenommen bleibt. Eine placebokontrollierte Studie zur Kombination mit Rhodiola fällt damit in eine Phase, in der Wirkung und Zulassung des Einzelstoffs parallel verhandelt werden.
Wer sich für Schlafqualität als Einzelthema interessiert, findet in unserem Melatonin-Vergleich eine Übersicht zu einem anders wirkenden, deutlich besser erforschten Ansatz.




