Gelbe Tabletten und Ölkapseln in Schale, weiße Dosen, Wasserglas, Ultraschallbild und Babyschuhe
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H.E.R Code launcht Schmelzpulver gegen Tablettenfrust in der Schwangerschaft

Das australische Start-up H.E.R Code bringt ein Oral-Melt-Pulver für Schwangere auf den Markt, das klassische Tablettenprobleme umgehen soll.

Kirill Seregin
Beitrag von
Aktualisiert am
20.10.2026
Veröffentlicht am
20.10.2026

Inhaltsverzeichnis5
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Warum ein Pulver statt Tabletten: das Problem, das H.E.R Code lösen will
  3. 3Wie das Oral-Melt-Pulver funktioniert: Verkapselung von Eisen und die Folat-Kombination
  4. 4Warum das Format und nicht der Wirkstoff den Unterschied macht: Einordnung in den Markt für Schwangerschaftspräparate
  5. 5FAQ: Häufig gestellte Fragen

Das australische Start-up H.E.R Code hat im August sein erstes Produkt auf den Markt gebracht: ein Pulver zum Auflösen im Mund, das Schwangeren und Frauen nach der Geburt die tägliche Nährstoffversorgung erleichtern soll. Hinter H.E.R Code Prenatal + Postnatal steckt der Versuch, die notorisch niedrige Einnahmetreue bei klassischen Schwangerschaftspräparaten über ein neues Format zu lösen, statt über neue Wirkstoffe.

Warum ein Pulver statt Tabletten: das Problem, das H.E.R Code lösen will

Die Idee kommt aus eigener Erfahrung. Gründerin Dianne Ly berichtet, dass sie in allen drei eigenen Schwangerschaften mit klassischen Pränatal-Tabletten gekämpft hat, vom Würgereiz bei der Tablettengröße bis zur Abneigung, die simple Nährstoffeinnahme überhaupt anzugehen.

Die klinische Perspektive der Mitgründerin

Mitgründerin Jessica Simonis bringt die klinische Seite ein. Nach eigener Aussage hat sie in über einem Jahrzehnt Praxis erlebt, dass die Verträglichkeit eines Produkts oft über die Einnahmetreue entscheidet, nicht die Formulierung an sich.

Würgereiz und Geschmacksaversion als Hürde

Würgereiz und Geschmacksaversion gegen die großen Pränatal-Tabletten waren laut Ly über alle drei ihrer Schwangerschaften hinweg der Grund, warum sie die Einnahme fürchtete statt als Routine zu erledigen. Sprich vor der Einnahme mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wie das Oral-Melt-Pulver funktioniert: Verkapselung von Eisen und die Folat-Kombination

Das Herzstück der Entwicklung ist die Verkapselungstechnik für Eisen(III)-pyrophosphat, das in mikronisierter und mikroverkapselter Form eingesetzt wird. Eisen gilt in der Pulverformulierung als schwierig, weil sein metallischer Geschmack sich kaum verstecken lässt, wenn das Pulver direkt im Mund zergeht.

Was die Verkapselung bewirken soll

Die Verkapselung soll laut Simonis den sensorischen Eindruck des Eisens abfedern und gleichzeitig magenschonender sein als offene Eisenformen.

Zwei Folat-Formen in einer Formel

Neben Eisen setzt die Formel auf eine duale Folat-Kombination aus Folsäure und Levomefolat, auch bekannt als 5-MTHF oder L-Methylfolat. Diese Kombination soll die Versorgung des wachsenden Fötus unterstützen, ohne auf eine einzelne Folat-Form angewiesen zu sein.

Sechs Entwicklungsrunden bis zur fertigen Rezeptur

Bis die Rezeptur stand, brauchte es sechs Entwicklungsrunden. Nach eigener Aussage der Gründerinnen stand das Projekt nach der vierten Runde kurz vor dem Aus, weil Geschmack, Stabilität und Nährstoffdosierung sich gegenseitig ausbremsten.

Warum das Format und nicht der Wirkstoff den Unterschied macht: Einordnung in den Markt für Schwangerschaftspräparate

Kapseln und Tabletten dominieren den Markt für Schwangerschaftspräparate nach wie vor, mit guten Gründen. Sie sind stabil, gut transportierbar und ermöglichen eine breite Palette an Vitaminen und Mineralstoffen in einer kompakten Form.

Grenzen kompakter Tabletten bei Calcium und Magnesium

Genau diese Kompaktheit wird zum Problem, sobald Calcium oder Magnesium in relevanten Mengen in die Formel sollen: Beide werden in deutlich größerer Menge benötigt als die meisten Vitamine. Das Ergebnis sind dann entweder große Tabletten oder mehrere Dosierungseinheiten pro Tag.

Neue Darreichungsformen jenseits der Tablette

H.E.R Code reiht sich damit in eine breitere Bewegung weg vom reinen Tablettenformat ein. Andere Hersteller arbeiten etwa an Schmelzpulver- und Filmtechnologien, die Nährstoffe ohne Wasser im Mund auflösen oder über Streifen abgeben, allerdings ohne den spezifischen Fokus auf Schwangerschaft, den H.E.R Code für seine Formel gewählt hat.

Nährstoffe zuerst, Format danach

Simonis betont, dass das Pulverformat Tabletten nicht grundsätzlich ablösen soll: Der Ausgangspunkt war für sie die Nährstoffzusammenstellung selbst, das Format kam erst danach als Antwort auf die Frage, welche Darreichungsform zu den sechs Entwicklungsrunden und den Bedürfnissen von Schwangeren passt.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Die vorliegenden Informationen beziehen sich ausschließlich auf den Launch in Australien im August 2026. Zu einem Vertrieb außerhalb Australiens, etwa über den deutschen oder europäischen Markt, liegen keine Angaben vor.

Ein Oral-Melt-Pulver wie das von H.E.R Code löst sich direkt im Mund auf, ganz ohne Wasser oder Umrühren. Ein Brausepulver oder eine Trinkampulle müssen dagegen erst in Flüssigkeit gelöst oder getrunken werden, was bei Übelkeit ein zusätzlicher Schritt ist, den das Melt-Format umgeht.

Nach Angaben der Gründerinnen durchlief die Formel sechs Runden Forschung und Entwicklung. Nach der vierten Runde stand das Projekt laut Simonis kurz vor dem Aus, weil sich Geschmack, Stabilität und Nährstoffdosierung gegenseitig ausbremsten, bis die finale Kombination aus verkapseltem Eisen und dualem Folat stand.