Messlöffel mit weißem Pulver, zwei Kapseln, Dose, Wasserglas, Limette und Hantel im Hintergrund
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Rote-Bete-Nitrat dämpft Koffein-Effekt auf die Arteriensteifigkeit

Neue Crossover-Studie zeigt: 400 mg Nitrat aus Roter Bete mildert den Koffein-Effekt auf die Arteriensteifigkeit bei gesunden Erwachsenen ab.

Kirill Seregin
Beitrag von
Aktualisiert am
10.10.2026
Veröffentlicht am
10.10.2026

Inhaltsverzeichnis6
  1. 1Das Wichtigste in Kürze
  2. 2Was die Studie genau gemessen hat
  3. 3Einordnung in die bisherige Nitrat-Forschung
  4. 4Was das für Pre-Workout-Produkte bedeutet
  5. 5Offene Fragen zur Langzeitwirkung
  6. 6FAQ: Häufig gestellte Fragen

Eine neue Crossover-Studie der Loughborough University zeigt: Wird hochdosiertes Koffein zusammen mit 400 mg Nitrat aus Roter Bete aufgenommen, fällt der sonst messbare Anstieg der Arteriensteifigkeit deutlich geringer aus. Unterstützt wurde die Untersuchung von Bio-Gen Extracts, das die standardisierte Nitratquelle TruBeet stellte.

Was die Studie genau gemessen hat

Die 24 Teilnehmenden durchliefen alle vier Bedingungen im Crossover-Design: nitratreiches Pulver mit und ohne Koffein, nitratarmes Pulver mit und ohne Koffein. Zwischen den Laborterminen lag jeweils eine Pause von 48 Stunden.

Messmethoden

Vor und nach der Einnahme erfassten die Forschenden Blutdruck und Arteriensteifigkeit, zusätzlich die makrovaskuläre Endothelfunktion per flussvermittelter Dilatation (FMD). FMD misst, wie stark sich eine Arterie weitet, wenn der Blutfluss nach einer kurzen Kompression wieder ansteigt, ein etablierter Indikator für die Funktion der Gefäßinnenwand.

Einordnung in die bisherige Nitrat-Forschung

Studienautor Dr. Stephen Bailey von der Loughborough University ordnet den Befund in frühere Dosis-Wirkungs-Arbeiten ein. Dort verbesserten sich Marker der Arteriensteifigkeit über einen Dosisbereich von 200 bis 800 mg Nitrat, während sich Effekte auf die Endothelfunktion speziell bei 400 mg zeigten.

Koffein als Belastungsmodell und seine Grenzen

Die aktuelle Studie nutzt erstmals einen akuten Koffein-Stressor von 6 mg pro kg Körpergewicht als Belastungsmodell und zeigt, dass 400 mg Nitrat diesem Anstieg entgegenwirken kann. Die Autoren selbst setzen der Aussage aber eine klare Grenze: Weil nur kurzfristige Mechanismen über einen einzigen Messtag untersucht wurden, lässt sich der Befund nicht auf langfristigen Konsum von hochdosiertem Koffein übertragen.

Was das für Pre-Workout-Produkte bedeutet

Für Bio-Gen Extracts als Zulieferer der Nitratquelle TruBeet ist die Richtung klar: Salman Mehkri, Head of Business Development, sieht in den Ergebnissen einen Ansatzpunkt für Formulierungen, die kardiovaskuläre Reaktionen auf hochdosiertes Koffein (6 mg/kg in der Studie) neben Leistungszielen mitdenken.

Offene Fragen zur Langzeitwirkung

Offen bleibt einiges: Die Studie lief nur an einem einzigen Messtag je Bedingung mit 24 Teilnehmenden, nicht über Wochen oder Monate regelmäßigen Konsums. Wie sich wiederholte Kombinationen aus hochdosiertem Koffein und 400 mg Nitrat über einen längeren Zeitraum auf die Gefäße auswirken, haben die Autoren nicht untersucht.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Nein. Gemessen wurden in der Studie nur Blutdruck, Arteriensteifigkeit und Endothelfunktion per FMD, nicht Herzfrequenz, Unruhe oder Schlaf. Zur Wirkung auf diese anderen, ebenfalls bekannten Koffeinwirkungen liefert die Untersuchung keine Daten.

Die Studie hat mit dem standardisierten Extrakt TruBeet gearbeitet, nicht mit handelsüblichem Saft. Weil der Nitratgehalt von Rote-Bete-Produkten je nach Sorte, Anbau und Verarbeitung stark schwankt, lässt sich aus den 400 mg keine verlässliche Umrechnung auf eine bestimmte Saftmenge oder Kapsel-Portion ableiten.

Die Studie selbst macht dazu keine Angabe, sie hat den Rohstoff im Labor getestet, nicht ein fertiges Marktprodukt. Welche konkreten Pre-Workout-Formulierungen TruBeet aktuell einsetzen, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht beantworten.

Die 24 Teilnehmenden waren ausschließlich gesunde Erwachsene ohne bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob sich die abfedernde Wirkung von Nitrat auf den Koffein-Effekt bei Menschen mit Bluthochdruck oder bestehenden Gefäßerkrankungen genauso zeigt, wurde in dieser Studie nicht untersucht und bleibt offen.